Skip to main content

Der ergonomische Arbeitsplatz – Modeerscheinung oder tatsächlich unverzichtbar?

„Ergonomischer Arbeitsplatz“ ist ein Begriff, den man immer öfter im Kontext mit präventiver Gesundheitsförderung, Arbeitsrecht oder Büromöbeln hört.

Doch handelt es hierbei um einen Modetrend, vielleicht sogar initiiert von den Büromöbelherstellern, die am Geschäft mit der Gesundheit mitnaschen wollen?

Die folgenden Gründe zeigen auf, warum ein ergonomischer Arbeitsplatz tatsächlich unverzichtbar und eine ausgesprochen wertvolle Investition in die eigene Gesundheit und Zufriedenheit ist.


Warum ist ein ergonomischer Arbeitsplatz so wichtig?

Wir verbringen mindestens ein Drittel unseres Tages in der Arbeit, wo man in vielen Berufen beinahe ausschließlich am Schreibtisch sitzt. Auch wenn man nach Dienstschluss zum Sport geht, kann man die vielen Stunden in belastender Haltung nicht kompensieren. Studien belegen, dass auch Menschen, die in der Freizeit bewegungsfreudig sind unter schlechten Arbeitsplatzbedingungen leiden.


Der Körper wünscht sich einen ergonomischen Arbeitsplatz

Warum ein ergonomischer Arbeitsplatz so wichtig ist für die Wirbelsäule: Arbeitet man im Büro oder am Computer, sitzt man oft leicht gekrümmt. Die Wirbelsäule ist dann in einer unnatürlichen Weise gebogen und nicht in der natürlichen, doppelten S-Form.

Dadurch kann es zu als „Kreuzweh“ bekannten Schmerzen im Lendenwirbelbereich bis hin zu Bandscheibenproblemen und –vorfällen kommen.

Außerdem wird die Rückenmuskulatur falsch eingesetzt. Die natürliche Stützmuskulatur wird schwächer, während andere Partien übermäßig beansprucht werden, weil sie den Körper in der falschen Position aufrecht halten müssen. Dadurch verspannen und verhärten sie sich, und Rücken- und Nackenschmerzen sind die Folge. Lässt man diese unbehandelt, führen sie zu Spannungskopfschmerzen, die so stark werden können, dass ein weiterarbeiten unmöglich wird.

Verkürzt sich die Muskulatur zu sehr, oder wird sie zu schwach um ihre ursprüngliche Aufgabe weiter wahrnehmen zu können, steigt die Gefahr auf Verletzungen und Haltungsfehler.

Zu wenig Bewegung tut selten gut:
Wer einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, verharrt oft stundenlang in der gleichen oder einer sehr ähnlichen Haltung. Dadurch werden die Beine zu wenig durchblutet, wodurch die Thrombosegefahr steigt. Auch Herz-Kreislauffunktion sinkt, und man schon nach kurzer Zeit schneller bei Anstrengung außer Atem. Steht man nach längerem Sitzen auf, kann einem dadurch auch leicht schwindelig werden.

Auch die Gelenke leiden darunter, wenn sie zu wenig bewegt werden. Es wird weniger Gelenksflüssigkeit gebildet.

Belastet man sie allerdings durch eine falsche Haltung beim Sitzen oder der Verrichtung von Tätigkeiten, kommt es zu Abnützungserscheinungen, die sich chronifizieren.

Die körperlichen Beschwerden und Schmerzen wirken sich natürlich auch negativ auf die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden aus. Man ermüdet schneller und wird immer weniger Leistungsfähig. Daher lohnt es sich, sich einen ergonomischen Arbeitsplatz einzurichten.


Wie sieht ein ergonomischer Arbeitsplatz aus?

An einem ergonomischen Arbeitsplatz sind alle Büromöbel wie auch die Arbeitsgegenstände ideal auf einander und auf Benutzer abgestimmt. Schreibtisch und Bürostuhl sind nach anatomischen Gesichtspunkten konzipiert, sodass man rücken- und gelenksschonend seinem Beruf nachgehen kann. Die Größe orientiert sich an den Körpermaßen und ist dem Nutzungszweck angepasst, außerdem lässt sie sich schnell und einfach anpassen, um bei jeder Tätigkeit die bestmögliche Haltung einnehmen kann.

Richtig sitzen auf dem ergonomischen Bürostuhl

Die Eigenschaften des ergonomischen Bürostuhls:
Die wichtigste Eigenschaft ist die leicht konkav gekrümmte Rückenlehne, die sich an der natürlichen Form der Wirbelsäule orientiert und sie bestmöglich unterstützt. Er ist anpassungsfähig, lässt sich leicht und schnell höhenverstellen und lässt häufiges Wechseln der Position und Haltung zu. Außerdem ist er mit Armauflagen und idealerweise auch mit einer Nackenstütze ausstattet.


Das richtige Sitzen:

Die Sitzhöhe ist ideal, wenn die Füße voll auf dem Boden stehen und der Ober- und Unterschenkel einen rechten Winkel bilden. Danach wird die Höhe des ergonomischen Schreibtisches so eingestellt, dass die Arme bei aufrechter Haltung in einem Winkel von ebenfalls neunzig Grad leicht auf der Tischkante aufliegen. Hat der Bürostuhl Armlehnen, sollten diese in einer Linie mit der Tischfläche sein. In dieser Position werden die Gelenke maximal geschont und es kommt zu keinen haltungsbedingten Abnützungen.

Das Becken sollte so gekippt sein, dass die Sitzknochen direkt nach unten zeigen und die Wirbelsäule durch ihre natürliche Krümmung ein leichtes Hohlkreuz bildet. So wird das Skelett optimal von der umgebenden Muskulatur gestützt. Trotzdem empfiehlt es sich, sich leicht von der Rückenlehne stützen zu lassen, damit es auch bei längerem Sitzen nicht zu einer Überbeanspruchung der Muskeln kommt.


Der ergonomische Schreibtisch – optimal für den Körper bei jeder Tätigkeit

Das wichtigste Merkmal des ergonomischen Schreibtischs ist seine Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. So lässt er sich nicht nur auf die Körpergröße des Benutzers einstellen, sondern auch auf die auszuführende Tätigkeit. Anatomische Studien haben ergeben, dass für manuelles Schreiben eine andere Höhe ideal ist als für die Arbeit mit Computer und Tastatur, deshalb lässt sich diese bei einem ergonomischen Schreibtisch auch ändern, anders als fixen, bei der Anschaffung an die Körpergröße angepassten Büromöbeln.

Da ein flexibler Arbeitsplatz so wichtig ist, empfiehlt es sich auch, trotz höherer Kosten in einen elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch zu investieren, da man diesen per Knopfdruck innerhalb kürzester Zeit verstellen kann. So lässt es sich auch im sehr stressigen Arbeitsalltag problemlos durchführen, ihm Gegenteil zu den mit Kurbel ausgestatteten manuellen höhenverstellbaren Schreibtischen, bei denen es doch einige Zeit und Mühe erfordert.

Die Eigenschaften des idealen ergonomischen Schreibtisches

Höhe:
Die Mindesthöhe eines ergonomischen Schreibtisches sollte bei 72 cm liegen, um ausreichend Spielraum in beide Richtungen zu haben. Bei einem Pult, das ausschließlich im Sitzen genutzt wird, sollte die Arbeitshöhe zwischen 68 und 76 cm variieren, bei einem Steh-Sitz-Schreibtisch zwischen 65 und 125 cm. Wichtig ist, den ergonomischen Schreibtisch beim Kauf von einem Fachmann anpassen.

Beinfreiheit:
Um eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit und damit der Blutzirkulation zu vermeiden, ist es wichtig, die Mindesthöhe nur bei entsprechend kleiner Körpergröße nach Einholen einer fachlichen Meinung zu unterschreiten. Man sollte genug Raum haben, um auch zwischendurch die Beine strecken, heben und senken zu können, um einem Versacken des Blutes und damit der Thrombosegefahr vorzubeugen.


Die richtige Einstellung des ergonomischen Schreibtisches

In die ideale Einstellung des ergonomischen Schreibtisches sollte man sich unbedingt ausführlich von einem Fachmann einweisen lassen, um einen optimalen Nutzen aus dem Büromöbel ziehen zu können.

Eine falsche Höhe führt wie bei herkömmlicher Büroausstattung zu gesundheitlichen Problemen. Ist der Schreibtisch zu hoch, hebt man die Arme und Schulten unwillkürlich leicht an, wodurch es zu Verspannungen im Nackenbereich und dadurch auch zu Spannungskopfschmerzen kommen kann. An einem zu niedrigen Arbeitsplatz kann man keine aufrechte Haltung einnehmen, wodurch es zu Haltungsschäden und einer übermäßigen Belastung der Unterarme und Hände kommt.


Der ergonomische Arbeitsplatz – eine sinnvolle Investition in Gesundheit und Zufriedenheit

Die Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatzes erfordert vielleicht ein wenig Zeit und auch eine finanzielle Investition. Dafür wird man aber auch mehr Freude an der Arbeit haben, wenn man gesund und flexibel den Berufsalltag bewältigen kann.